Dies ist auch der Grund, warum in der Frühphase von psychotherapeutischer Arbeit heute auch die Notwendigkeit zur psychoedukativen ("die Seele erziehenden") Vorgehensweise, zum Wohle des Patienten und zum besseren Verständnis des für ihn eingeschlagenen Weges, notwendig ist. Diese spezifischen Aufklärungen müssen aber vom Therapeuten so gehalten werden, dass der Patient einerseits ein größeres Verständnis bekommt, andererseits nicht zu sehr zurückschreckt über die Vorgehensweisen und Methoden, die das einzelne Verfahren anbietet. Hier wird vom Therapeuten eine hohe Sensibilität abverlangt, damit dieser Teil nicht in ein Zuviel ausartet und dann gegebenenfalls das Therapiebündnis zum neuen Patienten zerstört, andererseits nicht in einer "Oberlehrer-haften" Art das Wissen vermittelt wird, das den Patienten dann gänzlich verstört und zum Abbruch der therapeutischen Beziehung führt. Wie in so vielen Bereichen des Lebens ist auch hier das Maß das Ziel aller Dinge.Als eines der wichtigsten Ziele am Beginn einer Therapie sehe ich das Aufbauen einer persönlichen Beziehung, die sicherlich in einem empathischen Raumgeben für die Belange und Bedürfnisse des Patienten zunächst gipfeln muss. Hierunter versteht man nicht das uneingeschränkte Rechtgeben oder das Nach-dem-Mund-Reden des Patienten, sondern die zugewandte Aufmerksamkeit des fachlich kompetenten Partners in der Aufarbeitung einer schweren Lebenskrise. Hier ist sowohl der Wohlfühl-Faktor in einer Praxis, aber auch das Gefühl des persönlichen Aufgehobenseins im therapeutischen Miteinander für die Ausbildung einer therapeutischen Beziehung unbedingt erforderlich. Ambulante Psychotherapie nach modernen KriterienFortsetzung